Knie Operation, Arthrose im Kniegelenk, Schmerzen im Knie
Verschleiss am Kniegelenk (Gonarthrose)
Die Ursache ist häufig eine Fehlstellung der Beine. So belasten zum Beispiel X- oder O-Beine die Kniegelenke einseitig. Aber auch Unfälle sind Ursache für den Verschleiss. Sind ein oder mehrere Teile des Knie beschädigt, leidet die Beweglichkeit darunter. Im Laufe der Zeit bekommt der Knorpel Risse und nützt sich immer mehr ab. Die Gelenkknochen reiben aufeinander. Das Kniegelenk verformt und entzündet sich. Als Folgen entstehen starke Schmerzen, die mit einer zunehmenden Einschränkung der Bewegungsfreiheit einhergehen.
Röntgenaufnahmen bringen Gewissheit
Eine sehr wichtige Untersuchung zur Diagnose von Gelenkveränderungen ist das Röntgenbild. Der Arzt sieht typische Veränderungen wie eine Verschmälerung des betroffenen Gelenkspaltes. Bei Arthrose ist der Gelenkspalt beim erkrankten Gelenk durch Knorpelverlust viel schmaler geworden oder völlig verschwunden.
Therapien
Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die die Knorpel- oder Knochenschäden nicht beseitigen, aber die Operation herauszögern können. Hier ein Überblick über die sogenannten konservativen Behandlungsmethoden.
Durchblutungsfördernde Maßnahmen
Eine bessere Durchblutung des betroffenen Gelenkes kann durch Fangopackungen, heiße Wickel und ähnliche Anwendungen erzielt werden. Auch Kurzwellenbehandlung und Ultraschalltherapie können Linderung verschaffen, ebenso wie Unterwassertherapien.
Bewegung stärkt die Muskeln
Soweit die Schmerzen es zulassen, kann gezielte Krankengymnastik empfohlen werden, die der Kräftigung der Muskulatur und der Beweglichkeit dient. Besonders empfehlenswert sind Schwimmen und Bewegungen im warmen Wasser, da hier die schmerzhafte Gewichtsbelastung durch den Körperauftrieb entfällt.
Medikamente gegen Entzündung
Im Falle einer akuten Entzündung des Gelenkes ist der Einsatz von Medikamenten neben der Physiotherapie sinnvoll. Häufig werden sogenannte Antiphlogistika verschrieben. Diese Medikamente dürfen wegen eventueller Nebenwirkungen immer nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
Wiederherstellung der Gleitfähigkeit
Wiederholte Spritzen von Hyaluronsäure lindern die Schmerzen bei Arthrose und machen die Gelenke beweglicher. Die Arthrose selbst kann nicht gebessert werden, lediglich die Erträglichkeit des Schmerzzustandes. Hyaluronsäure wird von Knorpelzellen und der Gelenkinnenhaut produziert und wirkt unter dem Einfluß von Scherkräften wie ein Schmiermittel. Im Knorpel sorgt diese Biopolymer für Flexibilität und Stabilität. In der Gelenkschleimhaut wirkt es wie ein Sieb, das Entzündungszellen zurückhält. Und nicht zuletzt tragen die Schmerzrezeptoren im Gelenk eine Deckschicht aus Hyaluronsäure, was sie somit unempfindlich macht. Bei Arthrose sinkt die Konzentration der Hyaluronsäure.
Deshalb macht es Sinn einem arthrotischen Gelenk Hyaluronsäure von außen zuzuführen, um so die Puffer- und Filterfunktion der Gelenkschmiere wiederherzustellen. Anfangs wurde Hyaluronsäureaus Hahnenkämmen gewonnen, heute injiziert man synthetisch fermentativ hergestellte Hyaluronsäure.
Für eines der großen Gelenke (Knie, Schulter) benötigt man gewöhnlich das Volumen von 5 Injektionen um eine geeignete Wirkung zu erzielen. Diese “Spritzenkur” wird von den allgemeinen Krankenkassen nicht bezahlt und ist bis eine Selbstzahlerleistung.
Wenn die Schmerzen und die Behinderung im Hüft- oder Kniegelenk aber zunehmen und die konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind wird Ihnen voraussichtlich zur Operation geraten. Bei geringgradig ausgeprägtem Gelenkverschleiss kann in Einzelfällen auch durch einen arthroskopischen Eingriff das Kniegelenk “gesäubert” werden. Im Anschluss empfiehlt es sich, dass wieder eine synthetisch hergestellte “Gelenkschmiere” (Hyaluronsäurespritzen) in das betroffene Gelenk gespritzt wird.
Scheitert auch dieser “kleine operative Therapieversuch” dann wir Ihnen Ihr Arzt möglicherweise einen größeren Eingriff empfehlen :
Der Oberflächenersatz oder Knieprothese
Bei dieser Kniegelenkoperation wird die abgenutzte Knorpelfläche von Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf entfernt und durch eine Femur-Komponente (Oberschenkelprothese) und eine Tibia-Komponente (Unterschenkelprothese) ersetzt. Auf die Tibia-Komponente wird ein Polyethylen-Aufsatz gesetzt, der als Gleitfläche zwischen Ober- und Unterschenkel dient. Ein Knochenverlust durch vorliegende Knochendefekte (z.B. nach einem Unfall) kann durch verschiedene Höhen des Polyethylens-Gleitpartners ausgeglichen werden.
Sportmedizin: mehr Sicherheit beim Sport
Sportmedizin und Sportmedizinische Untersuchungen
Ziel der Sportmediziner ist eine optimale Betreuung nicht nur der Leistungssportler, sondern vor allem der Breitensportler. Das Aufgabengebiet umfasst vorbeugende Beratung bezüglich der ausgeübten Sportart hinsichtlich ihrer Bewegungsabläufe, ihrer Gelenkbelastung, der optimalen Sportkleidung und der Ernährung.
Der größere Teil unserer sportmedizinischen Tätigkeit befasst sich mit der Behandlung von Sportverletzungen. Die meisten Verletzungen lassen sich mit Ruhigstellung in Schienen oder Tapeverbänden behandeln, andere erfordern operative Maßnahmen ambulanter oder sogar stationärer Art gefolgt von einer physiotherapeutischen Rehabilitation.
Meniskusverletzungen
Wie entstehen Meniskusverletzungen und wie kann man sie behandeln?
Meniskusverletzungen treten vor allem bei Drehbewegungen des belasteten Knies auf, wie zum Beispiel bei schnellen Richtungswechseln oder Stürzen. Bei diesen Bewegungen sind die Menisken sehr hohen Druck- und Scherbelastungen ausgesetzt, die Belastung wird zu groß – der Meniskus reißt. Allein 1999 wurden in Europa circa 355.000 Meniskusverletzungen behandelt.
Abhängig vom Schweregrad der Verletzung können verschiedene Risstypen unterschieden werden: Längsrisse, Radiärrisse, oder Lappenrisse.
Bei nachgewiesenen Meniskusrissen kommt die Gelenk-spiegelung (Arthroskopie) zum Einsatz. Die Therapie besteht darin, das defekte Gewebe mit Spezialinstrumenten zu entfernen, um wieder eine glatte Oberfläche des Meniskus zu schaffen.
Der Vorteil der arthroskopischen Technik besteht darin, dass nur krankhaft verändertes Gewebe reseziert wird, alle unversehrten Anteile werden im Gelenk belassen.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, einen basisnah abgerissenen Meniskusanteil wieder anzunähen bzw. zu refixieren.
Was macht eigentlich der Meniskus?
Die Menisken sind sichelförmige Scheiben aus Faserknorpel, die sich im Kniegelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel befinden. In einem gesunden Knie gibt es einen Innen- und einen Außenmeniskus.
Die Menisken vergrößern die Kontaktfläche zwischen Ober- und Unterschenkelende, und reduzieren somit den Kontaktdruck der beiden knorpeligen Gelenkoberflächen. Ferner federn sie Stöße ab, stabilisieren das Kniegelenk . Die Bedeutung der Menisken für die Funktion des Kniegelenks ist heute unbestritten. Deshalb spielt die Behandlung von Meniskusverletzungen eine wichtige Rolle für den Erhalt der Kniegelenkfunktion.
Kreuzbandverletzung
Das vordere Kreuzband ist der zentrale Stabilisator des Knie-gelenkes.
Ohne Kreuzband kann das Knie nur in gewissen Grenzen muskulär stabilisiert und im Alltag eingesetzt werden. Das Knie ist allerdings nur sehr eingeschränkt sportfähig.
Die Entscheidung, ob eine operative oder eine konservative Behandlung einer Kreuzbandverletzung zu bevorzugen ist, muss mit den Patienten im Einzelfall abgeklärt werden. Subjektive Faktoren wie Aktivität des Patienten, Alter, Ansprüche an die postoperative Belastungsfähigkeit sind entscheidend für die das therapeutische Vorgehen. Operativ werden Sehnenersatzplastiken verwandt z.b. Patellarsehne, Semitendinosussehne, Gracilis-sehne, Quadricepssehne)
Tennis- und Golfer-Ellbogen
Symptome
- Wiederkehrende Schmerzen außerhalb des oberen Unterarms, gleich unter der Biegung des Ellbogens.
- Gelegentlich ausstrahlender Schmerz vom Arm bis zum Handgelenk hinunter.
- Schmerzen, verursacht durch Heben oder Beugen des Arms oder sogar durch das Greifen leichter Objekte
- Schwierigkeiten beim völligen Ausstrecken des Unterarms
- Schmerz, der typischerweise 6 bis 12 Wochen andauert; dieses Unbehagen kann für nur einen geringen Zeitraum wie z.B. 3 Wochen oder aber auch über eine Länge von mehreren Jahren anhalten.
Der Schaden, welcher den Tennis- oder Golferellbogen hervorruft, entsteht aus kleinen Rissverletzungen innerhalb der betroffenen Sehnen und des Muskelgewebes.
Therapie:
Die konservative Therapie besteht zunächst in der Vermeidung der entsprechenden Belastung. Physikalische, medikamentöse und lokale entzündungshemmende Maßnahmen können die Beschwerden lindern.
Eine zentrale Rolle in der Epicondylitis-therapie nimmt die Akupunktur ein. Hierunter werden langfristige Therapieerfolge erzielt. Auch lokale Kortisonspritzen bzw. Unterarmspangen bzw. –bandagen können helfen. Eine alternative Behandlungs-möglichkeit besteht in der Stoßwellentherapie .
Falls keine konservative Behandlungsmaßnahme greift, kommt eine Operation in Frage. Hier werden die Muskelursprünge am Ellbogen abgelöst bzw. benachbarte Nerven durchtrennt. Eine kurzfristige Armruhigstellung für ca. 1 Woche ist nach der Operation empfehlenswert.
Vorbeugemaßnahmen:
- Heben Sie Gegenstände so an, dass die Handinnen-flächen zum Körper hin zeigen.
- Praktizieren Sie stärkende Übungen mit Handgewichten, wobei der Ellenbogen gespannt ist und die Handflächen nach unten zeigen und das Handgelenk in wiederholter Folge nach unten gebogen wird. Hören Sie auf, sobald Sie Schmerzen fühlen.
- Dehnen Sie relevante Muskeln vor dem Beginn einer möglichen anstrengenden Aktivität.
- Strecken Sie den Arm vollständig aus, wobei die Handinnenfläche nach außen zeigt und greifen Sie dann die Fingerspitzen der ausgestreckten Hand mit der anderen Hand und ziehen Sie sie sanft zum Körper hin.






